Das Ende der Wale - Plastik im Ozean

 

 

Die Erde wird auch als der „blaue Planet“ bezeichnet, denn ein Großteil, nämlich 70%, der Erdoberfläche ist von Wasser bedeckt. Doch von klarem und sauberem Wasser kann keine Rede mehr sein, denn nach Angaben des Umweltprogramms der vereinten Nationen (UNEP) treiben inzwischen auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche bis zu 18.000 Plastikteile unterschiedlichster Größe. Dabei stellt das Artensterben, welches zu einem Großteil durch die Verschmutzung von Plastikmüll verursacht wird, eines der größten Probleme dar.

Der im Meer treibende Plastikmüll wird oft mit Nahrung verwechselt. Seevögel verenden qualvoll an Plastikteilen in ihrem Magen, Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen, Fische verwechseln winzige Plastikteilchen mit Plankton und unzählige weitere Meeresbewohner verfangen sich in Geisternetzen, die im Ozean treiben.

Ein Experte für Meeressäuger und der Kurator Davao, brachte das Tier ins Labor, um eine Nekropsie durchzuführen. Was er fand, schockierte selbst ihn: Der Magen des Tiers war mit 40 Kilogramm Plastik vollgestopft.

„Das Plastik barst geradezu aus seinem Magen“, sagte er. „Wir zogen die erste Tüte raus, dann die zweite. Als wir beim sechzehnten Reissack angekommen waren – zusätzlich zu den Plastiktüten, Snackverpackungen und wirren Knäueln aus Nylonseil –, dachten wir nur noch: ernsthaft?“

Wale absorbieren Wasser aus ihrer Nahrung. In seinem Darm fand sich aber kein Anzeichen dafür, dass es in den vergangenen Tagen irgendwelche Nahrung in seinen Verdauungstrakt geschafft hatte. Sein Körper zerstörte sich von innen heraus selbst: Die Magensäure, die das Plastik nicht zersetzen konnte, hatte stattdessen Löcher in die Magenwände gefressen.

Zur Nahrungsaufnahme öffnen Wale ihr Maul, Wasser und Nahrung strömen ein und anschließend wird das Wasser zwischen den Bartenplatten hindurch wieder ausgedrückt. Ihre Nahrung bleibt gefiltert im Maul zurück: Krill, Plankton und andere Kleinorganismen. Da die Verschmutzung der Meere mit Kunststoffen immer mehr zunimmt, werden auch immer mehr große Wale, Delfine, Vögel und Fische gefunden, die durch den Verzehr von Plastik ihren Tod fanden.

Quelle      Bild:    Deine Tierwelt Magazin

              Text:    www.nationalgeographic.de