Methanleck im Meeresboden

 

Im Boden der Antarktis dürfte ein Leck seit Jahren Methan freisetzen – ein Gas, das zum Treibhauseffekt beiträgt. Es handelt sich um das erste aktive Leck von Meeresbodenmethan in der Antarktis, das nun erforscht wurde. Nicht das Leck an sich bereitet den Wissenschaftlern Sorgen. Sie fürchten steigende Wassertemperaturen, die zur großflächigen Freisetzung des Gases führen kann.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass das klimaschädliche Gas durch das Leck seit Jahren in die Atmosphäre gelangt. Der Ursprung des Gases sind wahrscheinlich zerfallende Algenablagerungen, die unter Sedimenten vergraben und Tausende Jahre alt sind. Großteils werden die Vorkommen unter Wasser von Mikroben im Sediment zersetzt – Methan ist nämlich auch ein Energieträger, der von einigen Mikroben für den Stoffwechsel genutzt wird. Die Freisetzung aus gefrorenen Unterwasserspeichern oder Permafrostgebieten gilt bei Klimaforscherinnen und -forschern als ein möglicher Wendepunkt, an dem die Folgen der Klimakrise nicht mehr aufzuhalten sind. Der Methankreislauf ist absolut etwas, worüber wir uns als Gesellschaft Sorgen machen müssen Methan ist nach Kohlendioxid das zweitwichtigste Treibhausgas, das in die Erdatmosphäre entweicht. Üblicherweise ist aber die Konzentration, verglichen mit CO2, geringer. Industrie und Massentierhaltung trugen in den vergangenen Jahrzehnten allerdings zur Verdreifachung bei.

2017 gelangten Hochrechnungen zufolge knapp 600 Millionen Tonnen des Gases in die Erdatmosphäre, mehr als die Hälfte davon durch Aktivitäten des Menschen.

Quelle : ORF.at-Network